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Outfit-Kontrolle: Auch Altrocker in Lederkluft schauen mal kritisch in den Rückspiegel (Foto: tp/rufo)

 

Montag, 07.08.2006

Kaliningrad: 150.000 Zuschauer bei Biker-Treffen

Kaliningrad. Auf dem alten Flugplatz Devau, heute Sitz des Aeroklubs Kaliningrad, herrschte am ersten August-Wochenende Belagerungszustand: Hunderte Biker trafen sich zum Festival „Baltischer Sturm“.

Motorradfahrer sind im Kaliningrader Straßenbild immer noch eine ziemliche Seltenheit. Ganz anders war das am 5. August. Da bretterten plötzlich schwere Harleys und nicht minder bullige, chromglänzende Yamaha Royal-Star gleich pulkweise den Moskowski Prospekt hinunter und ließen die V-Motoren brüllen, dass sogar die Neureichen ihre S-Klassen brav in die rechte Spur einbremsten.

„Baltischer Sturm“ nennt sich das Bike-Rock-Festival sinnig, das zum zweiten Mal Motorradfans aus allen Himmelsrichtungen nach Kaliningrad lockte. Etwa 700 kamen, unter anderem aus Lettland und Litauen, Tschechien, Polen, Deutschland und aus mehreren russischen Regionen. Fast alle outeten sich mit dem Wolfs-Emblem auf schwarzen Flaggen und Emblemen auf den Lederkombis als Mitglieder einer großen internationalen Biker-Familie: dem Motorrad-Club „Night Wolves“.

Mega-Party auf dem Flugfeld

 

 

 

Zentraler Sammelpunkt dieses zweiten Biker-Treffens war wieder das Flugfeld Devau. Von dort aus gings am Sonnabend im geschlossenen Konvoi einmal quer durch Kaliningrad, vorbei an den alten Königsberger Stadttoren. Dann startete am Abend die große Bike-Show mit einigen der legendärsten Gruppen, die die Rockszene des Ostens zu bieten hat: Gorki Park, Mongol Shudan, Alisa, Piknik und – der Hit des Festivals schlechthin – die Kultband Tito & Tarantula.

Kein Wunder, dass die abendliche Show auf dem alten Flugplatz zur Mega-Party avancierte. Insgesamt kamen nach Schätzungen der Veranstalter etwa 150.000 Zuschauer, um die Konzerte zu erleben und die aufgefahrenen schweren Motorräder zu bewundern.

Die Idee, in Kaliningrad an internationales Biker-Treffen zu veranstalten, entstand 2005 während der Planung der 750-Jahrfeier. Mit dem Fluplatz Devau hat man ein geeignetes Gelände für solche Events - und in der Stadt gibts eine kleine, aber verschworene Biker-Gemeinde. Zum großen Stadtgeburtstag steuerten denn auch fast 1.000 Motorradfahrer die Exklave an.

Die Deutschen wollen wiederkommen


Auch „Night Wolves“-Bruder Richy aus Berlin kam letztes Jahr zum ersten Mal mit seiner Yamaha nach Russland – und war so begeistert vom Feeling des Treffens, dass er zur Neuauflage 2006 wieder anrückte. „Die Jungs haben ein Riesending auf die Beine gestellt hier, großes Kompliment. Hoffentlich gehts im nächsten Jahr weiter. Dann kommen wir wieder.“

 

 

Die Deutschen können ihre Visaanträge ruhig schon mal zurechtlegen, denn auch 2007 soll es wieder ein solches Motorradtreffen geben. Vorerst freilich dürfen die Kaliningrader Biker den Flugplatz aufräumen. Denn nach dem „Baltischen Sturm“ sah es in Devau aus, als hätte dort eine Schlacht getobt ...

(tp/.rufo)